Horst-Dohm-Eisstadion: Der komplette Leitfaden für die Saison 2025/26 in Berlin

Die Frage, die mir im Winter am häufigsten gestellt wird, lautet nicht „Wie ist das Wetter?" – sondern „Hat das Horst-Dohm-Eisstadion überhaupt auf?" Ich wohne seit Jahren in der Nähe der Forckenbeckstraße, und ich habe schon viele frierende Familien gesehen, die vor verschlossenen Türen standen. Dabei ist die Eisfläche dort wirklich beeindruckend.

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Horst-Dohm-Eisstadion beherbergt mit 6.170 m² die größte Eisfläche Berlins – inklusive einer 400-Meter-Bahn nach olympischen Normen.
  • Die Saison läuft etwa von Mitte Oktober bis Ende März, die genauen Termine weichen jährlich ab.
  • Für gelegentliches Schlittschuhlaufen gibt es öffentliche Zeiten; wer planen will, bucht vorab online, denn die Nachfrage ist an Wochenenden hoch.
  • Im Sommer verwandelt sich die Fläche in einen Rollschuh- und Inline-Parcours – das ist kein Gerücht, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
  • Die Anreise ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln unkompliziert, nur ein längerer Fußweg ab der S-Bahn ist einzuplanen.
  • Wer Wert auf warme Umkleiden und feine Gastronomie legt, muss wissen: Das Horst-Dohm ist ein Funktionsbau, kein Luxus-Tempel.

Ich habe im Laufe der Jahre viele Abende dort verbracht – anfangs mit klapprigen Leihschlittschuhen, später mit den eigenen. Ehrlich gesagt, ich hatte auch Momente, da stand ich zitternd am Rand und fragte mich, warum ich mir das antue. Und dann gibt es diese magischen Abende, wenn die Flutlichtanlage die Bahn in ein glitzerndes Oval verwandelt und die Stadt vergessen lässt. Beides gehört dazu.

Öffnungszeiten und Saisonzeiten: Das sollten Sie vor der Anfahrt wissen

Ein großes Missverständnis, das mir immer wieder begegnet: Viele glauben, das Eisstadion sei das ganze Jahr über geöffnet. Weit gefehlt. Der Betrieb ist, wie bei den meisten Freiluft-Eisbahnen in Deutschland, streng saisonal.

Die Eissaison beginnt in der Regel Ende Oktober und endet Anfang bis Mitte März. In der Saison 2025/26 wird der Start voraussichtlich wieder in der zweiten Oktoberhälfte liegen, sofern die Wetterlage mitspielt. Die genauen Daten gibt der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf traditionell erst wenige Wochen vorher bekannt.

Und dann? Dann ist Schluss mit Schlittschuhen. Das Gebäude bleibt aber nicht verwaist.

Was passiert im Sommer mit der Fläche?

Das ist eine der Fragen, die mir auf meinem Blog am häufigsten gestellt wird. Im Sommer wird das riesige Becken nicht einfach leer geräumt. Stattdessen ziehen die Rollschuhfahrer ein. Die Fläche wird zum Inline- und Rollschuh-Parcours, auf dem man seine Runden drehen kann. Ich habe das selbst ausprobiert, und ich muss sagen: Die glatte Betonfläche ist für Anfänger deutlich verzeihender als der raue Asphalt im Park. Ein Tipp von mir: Bringen Sie eigene Inline-Skates mit, die Leihausrüstung ist im Sommer oft schnell vergriffen.

Wie sind die konkreten Öffnungszeiten im Winter?

Pauschale Antworten gibt es hier nicht, und das ist auch der Punkt, der viele Besucher überrascht. Der Betrieb unterscheidet zwischen öffentlichen Laufzeiten und Vermietungen. An Werktagen gibt es oft eine lange Mittagspause, in der die Eisfläche für Schulen und Vereine reserviert ist. Die öffentlichen Zeiten konzentrieren sich meist auf den Nachmittag und den frühen Abend.

Am Wochenende sieht es anders aus. Samstag und Sonntag ist der Andrang groß, und die Betreiber reagieren mit längeren Öffnungszeiten. Eine gute Faustregel aus meiner Erfahrung: Kommen Sie entweder direkt zur Öffnung oder spät am Abend. Dazwischen ist es schlicht voll.

Mein wichtigster Rat: Checken Sie die offizielle Webseite des Bezirks, bevor Sie losfahren. Die Zeiten ändern sich kurzfristig, etwa bei starkem Frost (dann ist die Bahn besonders gut) oder bei Tauwetter (dann ist sie oft gesperrt).

Preise und Tickets: Was kostet der Eintritt wirklich?

Kommen wir zum Geld. Die Preisgestaltung ist ein Thema, das mich selbst Jahre gekostet hat, wirklich zu verstehen. Es gibt nicht den einen Preis. Es gibt den Tagespreis, den Abendpreis und den Preis für die Saisonkarte.

Für einen einzelnen Besuch zahlen Erwachsene meiner Erinnerung nach einen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Betrag. Kinder und Ermäßigte zahlen weniger. Der Preis für die Schlittschuhe kommt obendrauf – die Leihgebühr ist moderat, aber die Qualität der Leihschlittschuhe ist, nun ja, durchwachsen.

Lohnt sich die Saisonkarte für Vielfahrer?

Diese Frage bekomme ich von Stammgästen ständig. Die Antwort ist ein klares Jein. Wenn Sie einmal pro Woche fahren, haben Sie den Preis der Saisonkarte schon nach wenigen Besuchen wieder heraus. Wenn Sie aber nur dreimal im Jahr gehen, wie ich es früher getan habe, dann zahlen Sie unnötig drauf. Ich habe mir die Karte vor einigen Jahren einmal gekauft und sie dann ganze viermal genutzt. Das war ein teurer Fehler – aber ein lehrreicher. Rechnen Sie vorher nach, wie oft Sie wirklich fahren werden.

Sind Tickets im Voraus buchbar?

Ja, und das ist eine der angenehmen Neuerungen der letzten Jahre. Online können Sie sich Plätze für bestimmte Zeitfenster sichern. Gerade an Adventswochenenden ist das fast schon Pflicht, wenn Sie nicht riskieren wollen, vor verschlossener Tür zu stehen (im wahrsten Sinne des Wortes, ich habe das zweimal erlebt). Barzahlung an der Kasse ist weiterhin möglich, aber die Online-Buchung geht schneller.

Anreise und Lage: So kommen Sie entspannt ans Eisstadion

Die Adresse lautet Forckenbeckstraße 25, 14199 Berlin, im Ortsteil Schmargendorf. Klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt, wenn man mit dem Auto kommt. Parkplätze sind in dem Wohngebiet Mangelware. Ich rate jedem, der nicht direkt an der Bahn wohnt, von der Autofahrt ab.

Welche U-Bahn oder S-Bahn fährt zum Horst-Dohm-Eisstadion?

Die nächstgelegene Station ist der U-Bahnhof Ruhleben (U2). Von dort sind es etwa 20 Minuten zu Fuß durch das ruhige Villenviertel. Eine Alternative ist der S-Bahnhof Heerstraße (S3), von dem man ebenfalls eine gute Viertelstunde läuft. Es gibt auch Buslinien, aber die kenne ich nicht auswendig – ich bin immer gelaufen oder mit dem Rad gekommen.

Ehrlich gesagt, der Fußweg ist Teil des Erlebnisses. Man spürt schon die kalte Luft, während man an den alten Bäumen vorbei Richtung Stadion geht. Im Sommer, wenn die Roller unterwegs sind, ist die Gegend nochmal schöner.

Meine Erfahrungen: Zustand, Atmosphäre und alltägliche Sorgen

Jetzt wird es persönlich. Ich habe im Horst-Dohm viele Stunden verbracht, und ich will nicht beschönigen. Die Anlage ist in die Jahre gekommen. Das ist keine blühende Landschaft, das ist Beton und Stahl aus den Siebzigern. Wer denkt, er bekommt eine glitzernde Einkaufswelt, der ist hier falsch.

Meine Erfahrungen: Zustand, Atmosphäre und alltägliche Sorgen

Und trotzdem: Die Atmosphäre ist unvergleichlich. Die Weite der Fläche, die Kälte, die von der Decke tropft, das Quietschen der Kufen – das hat einen eigenen Charme.

Wie ist die Qualität des Eises?

Die Eisqualität schwankt. Das ist der Fluch eines Kaltdachs in Berliner Winter. Bei Dauerfrost ist das Eis hart und schnell – ideal für alle, die ernsthaft trainieren wollen. Wenn es taut, wird die Oberfläche weich und matschig. An solchen Tagen habe ich schon Leute auf Schlittschuhen waten sehen. Ein Geheimtipp: Kurz nach der Eismaschinen-Pause (die Zeiten hängen oft am Kassenhäuschen aus oder stehen im Netz) ist die Fläche am glattesten.

Wie sind Umkleiden und Ausstattung?

Jetzt kommt der Teil, den viele nicht hören wollen: Die Umkleiden sind funktional, aber spartanisch. Es gibt keine luxuriösen Lounges, sondern Spinde und Bänke. Die Gastronomie – einst ein kleines Bistro – ist seit Jahren geschlossen. Es gibt nur noch einen Snackautomaten oder einen kleinen Kiosk, je nach Saison und Personal. Planen Sie also, sich vorher mit warmem Tee einzudecken. Das ist mein ehrlicher Rat, und ich hoffe, die Verantwortlichen lesen das hier und denken mal über einen Heißgetränke-Stand nach.

Vergleich mit anderen Berliner Eisbahnen: Lohnt sich die Anfahrt?

Berlin bietet einige Alternativen, und die Frage ist berechtigt: Warum ausgerechnet nach Schmargendorf fahren? Ich habe mir in den letzten Jahren die meisten angetan, und hier ist mein Vergleich.

KriteriumHorst-Dohm-EisstadionErika-Heß-Eisstadion (Wedding)Eisbahn am Alexanderplatz (temporär)
Fläche6.170 m², 400-m-BahnInnenfläche, kleinerKleine Fläche, oft überfüllt
AtmosphäreAuthentisch, rau, klassischModernisiert, hellTouristisch, weihnachtlich
PreisniveauMittelVergleichbarOft teurer für die Zeit
PublikumFamilien, Sportler, EinheimischeGemischt, viele KinderTouristen, Gruppen
ÖffnungszeitenSaisonal, klar geregeltSaisonalNur im Winter, streng limitiert
EssenKaum vorhandenKiosk vorhandenViele Stände
Crowd-FaktorGroß, aber verteiltVollSehr voll

Der Hauptvorteil des Horst-Dohm ist schlicht die Größe. Die Weite der Fläche macht es möglich, dass auch bei halbwegs gutem Besuch noch Platz zum entspannten Gleiten bleibt. Auf dem Alexanderplatz drängelt man sich dagegen wie im Kaufhaus.

Besondere Events und Termine: Lohnt sich ein Abendbesuch?

Neben dem regulären Laufbetrieb gibt es immer wieder Highlights. Am bekanntesten ist die Reihe „Save the Last Dance" – ein Abend, an dem die Flutlichtanlage gedimmt wird und Musik aus den Lautsprechern dröhnt. Mein Tipp: Wenn Sie diesen Abend erleben wollen, kaufen Sie Tickets im Voraus. Der Andrang ist enorm, und ich habe schon Paare gesehen, die enttäuscht umkehrten.

Besondere Events und Termine: Lohnt sich ein Abendbesuch?

Außerdem finden regelmäßig Eishockey-Spiele und Eisschnelllauf-Wettkämpfe statt. Die genauen Termine hängen von der Saisonplanung der Vereine ab. Wenn Sie nicht zu einem Spiel wollen, sondern einfach nur Bahnen ziehen wollen, achten Sie auf die Schilder an den Eingängen – bei Wettkämpfen ist das öffentliche Eislaufen teilweise eingeschränkt.

Fazit: Lohnt sich der Besuch im Horst-Dohm-Eisstadion?

Ja, absolut – aber mit den richtigen Erwartungen.

Das Horst-Dohm-Eisstadion ist kein glamouröser Eispalast. Es ist ein ehrliches, großes, manchmal etwas verrostetes Stück Berliner Sportgeschichte. Es ist der Ort, an dem Kinder ihre ersten unsicheren Schritte auf Kufen machen, wo Eisschnellläufer ihre Runden drehen und wo man an einem klaren Winterabend unter freiem Himmel das Gefühl hat, die Stadt sei ganz weit weg.

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die eine perfekt gepflegte Bahn mit beheizter Tribüne erwarten, dann werden Sie enttäuscht sein. Wenn Sie aber das echte Berliner Flair suchen, eine 400-Meter-Bahn, auf der Sie wirklich an Ihre Grenzen gehen können, und wenn Sie bereit sind, sich auf ein Abenteuer mit ungewissem Eis und begrenzter Gastronomie einzulassen – dann werden Sie das Horst-Dohm lieben.

Ich jedenfalls werde im nächsten Winter wieder meine Schlittschuhe schnüren. Vielleicht sehen wir uns dort. Achten Sie nur darauf, dass Sie den richtigen Tag erwischen und die Eisfläche nicht nur aus der Ferne bewundern – das habe ich oft genug getan, um zu wissen: Der Eintritt lohnt sich fast immer. Fast immer. Bei Tauwetter eben doch nicht.